Januar 2026
Im Frühling, wenn unter blauem Himmel im Garten bunt die Blumen sprießen, fühle ich mich selbst beschwingt und leichtherzig – wie die munteren Vögel in dem Bäumen. Ganz anders schaut´s im Winter aus, wenn eine graue Wolkendecke dicht wie Watte Stadt und Land umhüllt und nur an klirrend kalten Tagen die Sonne am fast wolkenlosen Himmel die kahle Landschaft kühl überstrahlt. Braun, Beige, Anthrazit, nur hier und da ein dunkles Tannengrün: Das sind die Farben des Januars. Kein Wunder also, dass ich mich in dieser Zeit oft erdenschwer und energielos durch die Tage schleppe. Ich vermisse die pink-orange-gelb-roten Farbtupfer in den Gärten, das helle Grün der Natur und vor allem den Blick in die blaue Ferne. Am liebsten flöge ich auf und davon, eben dorthin, wo jetzt die Blumen blühen.
Vor einigen Jahren entdeckte ich einen Weg, dem Winterblues ein Schnippchen zu schlagen: Ich hole mir die fehlenden Farben einfach ins Haus. Denn schon kurz nach Silvester beginnt auch in den Blumenläden das neue Blumenjahr. Am Ende fast jedes Spaziergangs durch die beißende Kälte erstehe irgendwo ein kleines Töpfchen mit Tulpen, Narzissen oder Hyazinthen. Ganz beglückt trage ich es nach Hause und reihe es auf der Fensterbank in meine kleine Galerie der Frühblüher ein. Mit Freude beobachte ich, wie aus den Zwiebeln die grünen Stiele sprießen, sich bald die Blüten entfalten und die leuchtenden Farben des Frühlings in unserer Wohnung Einzug halten. Draußen wird es noch etliche Wochen dauern, bis alles wieder wächst und gedeiht. Doch bei uns ist schon Anfang Januar das Ende des Winters eingeläutet. Blumen verzaubern den Alltag auf ihre besondere Art. Und gerade jetzt tut das meiner Seele gut.