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April 2018

- Kreta im ewigen Frühling -

/1329-2315-thickbox/karneval-der-kulturen.jpgWas gefällt uns so gut an Kreta im Frühling, dass wir jedes Jahr aufs Neue zurückkommen? Diese Frage beschäftigte uns eines Abends, als wir mit Freunden bei Athanasia in der Taverne zusammen saßen.  Auf dem Tisch Schälchen mit Nüssen oder Oliven, Gläser mit Retsina und Rotwein, ein paar Flaschen Bier, ein Kännchen Kräutertee, frisches Brot, Schafskäse mit Thymian. An den anderen Tischen eingeschworene Kreta-Liebhaber, alle in angeregte Gespräche vertieft. Wohltönend und kraftvoll, warm und wehmütig tönte aus den Boxen griechische Musik. Musik, die aus der Seele kommt.

„Für mich sind es diese Blumenteppiche überall: an den Berghängen, neben den Straßen, in den alten Olivenhainen. Ich mag´s, wenn´s um mich brummt und summt, wenn ich spazieren gehe oder unter einem Olivenbaum sitze“, schwärmte Renata  – „Für mich ist es das Meer – definitiv“, sagte Klaus.  – „Nein, das ist jetzt doch noch viel zu kalt“, deutete Bärbel ein Frösteln an. Klaus lachte: „Ich bleib ja nicht lange drin. Untertauchen und ein paar Schwimmzüge, das reicht schon. Es ist herrlich.“ – „ Ich halt´s wie Bärbel,“ meinte nun Jan. „Der Strand ist so schön, da laufen Renata und ich immer lang und suchen Muscheln. Hinten bei den Ruinen vom Minoischen Hafen gibt´s Schatten, da ruhen wir uns dann aus.“ – „Apropos Minoischer Hafen“, warf Jürgen in die Runde, „wenn wir nach Kreta kommen, besuchen wir als erstes immer das Archäologische Museum in Heraklion, fahren dann nach Festos zum alten Palast und erst, wenn wir uns damit so richtig auf Kreta eingestimmt haben, kommen wir hierher ans Meer.“ – „Jürgen und seine Leidenschaft für alles Minoische“, verdrehte Bärbel die Augen, „Zeushöhlen, uralte Gräber, Ikarus, der Minotaurus. Morgen will er zur ‚Mutter der Olivenbäume’, ein uralter Baum aus Minoischer Zeit.“ – „Klingt toll, da kommen wir doch einfach alle mit, oder?“, schlug Renata vor.

Nun brachte Athanasia die ersten Teller mit dem Abendessen. „Gut, Euch allen hier alles gut gefällt“, sagte sie. Allein Ihr Deutsch machte schon gute Laune. „Immer gut, ihr alle kommt. So wir können auch hier leben, müssen nicht für Geld verdienen in die Stadt.“ Sie klang fröhlich, ihr Restaurant war heute voll besetzt. „Du hast ja noch gar nicht gesagt, was Dir an Kreta gefällt“, sprach mich Bärbel an. Ich dachte an meinen ersten Eindruck von Kreta vor mehr als 40 Jahren: diese langgestreckte Insel mit den graublauen, sich hoch und höher auftürmenden Bergketten, die ich in den frühen Morgenstunden vom Schiff aus erblickt hatte. Dann eine kurvenreiche Fahrt durch die karge, felsige Landschaft mit ockriggelben, weißgrauen Felsen. Plötzlich das Meer, blau und glatt, freundlich wie der Himmel. Auf den Wiesen bunte Blütenmeere, überall Schafe mit ihren Lämmern. In den Tavernen schweigsame Männer beim Backgammon-Spiel. Und da war es wieder: das kleine Bergdorf mit seinen vielen verwinkelten Ecken, den Tonkrügen mit Blumen und Joan, der jungen Amerikanerin, die hier ein altes Haus bewohnte und jeden Tag ein Bild am Meer malte. „Ich finde Kreta inspirierend, lässig, gemütlich, einfach zeitlos. Aber am liebsten“, sagte ich nun ganz betont deutlich, weil Athanasia gerade die letzten Teller auf den Tisch stellte, „mag ich das hervorragende Essen hier.“ Das war der Weg in Athanasias Herz. Ihre schwarzen Augen funkelten vor Freude. Und auch das macht für mich den Zauber von Kreta aus.

 

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