­Sommerpause bei MAJOBA – wir sind an der Küste!


Liebe MAJOBA-Kundinnen und -Kunden, vom 16. Juli bis 16. August sind wir an Kunsthandwerkermärkten an den Küsten unterwegs. Sie können nach Herzenslust bestellen, allerdings werden die Pakete erst ab 17. August verschickt.

Herzliche Grüße - Ihr MAJOBA-Team

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August 2026

- Höhepunkte -

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Das Leben verläuft nicht schnurgerade. Es bewegt sich eher wellenförmig über die Zeitachse – meist gleichmäßig, manchmal mit bemerkenswerten Ausschlägen oder wirklichen Höhepunkten. Zu diesen Lebenslinien gehören viele Bereiche, einer davon ist die Familie. Es war Heiligabend und wieder einmal bestand mein Geschenk an Mann und Kinder aus einer Kurzreise mit mir. Irgendwann im Laufe des nächsten Jahres sollte sie stattfinden, das Ziel durfte sich jeder in der Familie selbst aussuchen. An diesem Weihnachtsabend hatte Xira die Idee, wir könnten alle zusammen verreisen. Und wohin? Nach Island! Alle waren sofort einverstanden: die Familie, weil sie die Insel noch nicht kannte, und ich, weil ich mit siebzehn Jahren schon einmal dort gewesen war.

Klaus plante die Route und saß am Steuer. Bruno und Joel kümmerten sich um den Auf- und Abbau der Zelte, Xira um das Frühstück. Und ich? Nun ja, ich hatte schließlich alle eingeladen und durfte deshalb nach Herzenslust malen – wann und wo immer ich wollte. Bis unters Dach war unser kleiner Leihwagen beladen: zwei Zelte, fünf Isomatten, Schlafsäcke, Rucksäcke, Kochgeschirr und reichlich Lebensmittel, vor allem Bier aus dem Duty-free-Shop am Flughafen. Es war kuschelig eng; ich saß auf der Rückbank in der Mitte. Dann ging es los. Mit ihrem rauen Klima, dem ständigen Wechsel von Regen, Wind und Sonnenschein, den gewaltigen weißen Wolkenschiffen, der zerklüfteten Küste und den schroffen, kahlen oder sanft grün überzogenen Bergen schlossen wir diese Insel sofort ins Herz. Weite Ebenen mit ausgetrockneten Flussbetten voller Geröll wechselten sich mit tiefen Schluchten und wild tosenden Wasserläufen ab. Überall ragten Vulkankegel in die Höhe, einzeln oder in Gruppen. Die Landschaft war zugleich sonderbar und wunderbar. Besonders beeindruckte uns der gewaltige Gletscher im Süden, der einen großen Teil des Landes bedeckt und sich fast bis ans Meer erstreckt.

Vier Jahrzehnte hinterlassen nicht nur bei Menschen, sondern auch in Landschaften ihre Spuren. Die Insel hatte sich verändert. Geysire, Erdspalten und Wasserfälle waren inzwischen gezähmt: eingezäunt, mit Wegen, Schildern und Informationstafeln versehen. Statt über Schotterpisten fuhren wir nun auf asphaltierten Straßen von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten. Doch nur mir fiel dieser Wandel auf. Meine Familie entdeckte Island mit staunenden Augen, unvoreingenommen und voller Begeisterung. Jeder Tag war besonders, doch zwei Erlebnisse hoben sich von allen anderen ab. Wir waren hoch im Norden der Insel. Auf einem abgelegenen, fast menschenleeren Campingplatz erlebten wir zunächst einen atemberaubenden Sonnenuntergang. Der Himmel spannte sich wie eine leuchtende Farbkuppel über die weite Hochebene. Spät am Abend geschah dann etwas völlig Unerwartetes: Ein neongrünes Polarlicht zog wie ein riesiger flatternder Schleier über den Horizont heran, raste über unsere Köpfe hinweg, tanzte in alle Richtungen und verschwand schließlich wieder hinter der Dunkelheit. Es war erst August, und keiner von uns hatte mit einem solchen Naturschauspiel gerechnet.

Am nächsten Tag fuhren wir über eine einsame, schnurgerade Piste durch eine weite Ebene zum Vulkankrater Hverfjall. Während meine Familie zum Kraterrand wanderte, um den Kratersee zu betrachten, blieb ich zurück, um das geothermale Feld mit seinem bizarr geformten, noch jungen Lavagestein zu malen. Mal stiegen feine Dampffahnen aus der Erde auf, mal kräftige weiße Rauchsäulen. Auf der Weiterfahrt scherzten und lachten wir im Auto. Noch immer waren wir erfüllt vom Erlebnis des Vorabends und von der Weite und Stille dieser Landschaft. Wir fünf waren so ausgelassen, dass Klaus eine CD der Doors einlegte. Er drehte die Musik laut auf, und wir sangen alle mit Jim Morrison mit – was genau, weiß ich heute nicht mehr. Wir bewegten uns tanzend auf unseren Sitzen, so gut es in dem engen Wagen eben ging. War das nicht eine großartige Insel? War das nicht eine wunderbare Reise? Wir fühlten uns so wild und ungestüm wie die Landschaft, durch die wir gerade fuhren.

Heute denke ich oft an diesen Augenblick zurück. Nicht das Polarlicht und nicht der Vulkan sind mir als eigentliche Höhepunkte geblieben, sondern dieser Moment im Auto: wir fünf, die lachten, sangen und einfach glücklich waren. Es war unsere letzte große gemeinsame Reise, bevor sich unsere Familie erweiterte, vergrößerte, bereicherte und sich wie das Leben selbst immer weiterbewegte.

 

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