Liebe MAJOBA-Kundinnen und -Kunden, vom 29. April bis 26. Mai sind wir an Kunsthandwerkermärkten an den Küsten unterwegs. Sie können nach Herzenslust bestellen, allerdings werden die Pakete erst ab 26. Mai verschickt..
Herzliche Grüße - Ihr MAJOBA-Team
Mai 2026

Die Teilnahme an einem Kunsthandwerkermarkt in St. Peter-Ording ist immer ein kleines Wagnis, denn niemand weiß mit Sicherheit, wie das Wetter sich entwickeln wird. Bleibt es ruhig wie vorhergesagt oder zieht doch noch ein Sturm vom Meer herauf? Die Kiter hoffen natürlich auf eine steife Brise – wir Marktleute hingegen eher auf windstille Tage. Denn dieselbe Energie, die die Schirme hoch in die Lüfte trägt, zerrt auch kräftig an Planen und Abspannseilen. Hoffentlich hebt sich kein Zelt, hoffentlich bricht keine Stange. Der Wind von der Nordsee hat es in sich.
Im Mai an der Küste braucht man immer ein bisschen Glück mit dem Wetter. Dennoch machten wir uns auf den Weg, denn am Himmelfahrtswochenende tummeln sich in St. Peter-Ording Touristen, Kururlauber und Windsportler – wenn nicht am Strand, dann auf dem beliebten Handgemacht-Markt. Erst als am Sonntagabend alle Kunsthandwerker ihre Zelte abgebaut hatten, setzte der Sturm ein, mit dem viele schon Stunden zuvor gerechnet hatten. Ein nächtliches Pfeifen und Heulen begann und selbst am Morgen noch bogen sich die Bäume, während Sand über die Straßen wirbelte.
Jetzt wollte ich die Gelegenheit unbedingt beim Schopf ergreifen und die Kiter von St. Peter-Ording malen. Der Strand ist für alle Windsportler wie geschaffen: kilometerlang, breit und bis ans Wasser hin sogar mit dem Auto befahrbar. Flugdrachen schaukelten am Himmel, Strandsegler rasten mit geblähten Segeln über den festen Sand. Das Kiten – ein Sport, der mich fasziniert, auch wenn ich dafür wohl etwas jünger, mutiger und weniger wasserscheu sein müsste. Statt selbst auf einem Brett über das Wasser zu jagen, mich an straffen Leinen vom Schirm in die Höhe ziehen zu lassen und über das Meer zu gleiten, saß ich eingehüllt in meiner warmen Jacke auf der Terrasse des Strandcafés – geschützt nur durch eine breite Glasscheibe, die Wind und Sprühregen immerhin von vorne abhielt.
Mein Mann Klaus hatte mir von dieser heiklen Malaktion abgeraten, doch nun beobachtete er von drinnen, wie das raue Küstenwetter mir zusetzte. Ich hatte alle Hände voll damit zu tun, meinen Malkasten mit klammen Fingern im Gleichgewicht zu halten. Die Wassernäpfchen durften auf keinen Fall überschwappten, und immer wieder musste ich meinen Malblock mit dem Schultertuch vor Feuchtigkeit und Böen schützen. Einfach war es nicht – aber es machte mir großen Spaß, den Kitern mit Augen und Pinsel zu folgen. Ihre Freude an der Bewegung war spürbar und übertrug sich in diesem Moment auch auf mich.
Als Pleinairmalerin fühlte ich mich an diesem Tag besonders gefordert. Es brauchte Kraft und Entschlossenheit, ein wenig Mut und innere Stärke. Und tatsächlich stellte sich dieses besondere Glücksgefühl ein: ganz bei mir selbst zu sein, im Flow zu arbeiten, eins mit dem Moment. An diesem Tag hatte ich jedenfalls das Gefühl, nicht nur zu beobachten, sondern selbst ein kleines Stück mitzufliegen – wenn nicht körperlich, so doch zumindest in Gedanken.
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