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September 2016

- Schubkarre voller Kürbisse -

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Herbstzeit, Erntezeit. Mein Mann Klaus und ich besuchten seine Mutter, um ihr bei der Arbeit zu helfen. Denn trotz ihres hohen Alters bestellte sie noch immer ihren großen Garten. In diesem Jahr war alles ganz besonders prächtig gediehen: An den Bäumen und Sträuchern baumelte das reife Obst, die Beete protzten mit herrlichem Gemüse, in den Blumenrabatten leuchteten schrillbunt bizarr geformte Dahlien. Der ganze Garten wirkte so inspirierend, dass ich jede Pause zum Malen nutzte.

Nun waren alle Äpfel gepflückt, die Kürbisse geerntet, die Hecke gestutzt und die Wiese gemäht – Zeit für die Rückreise nach Berlin.

„Ich mal noch mal ein Bild“, entschied ich nach dem Mittagessen. Klaus nickte zustimmend, meine Absicht erahnend. Meine Schwiegermutter hingegen monierte : „Es ist doch nicht nötig, dass Du noch mehr malst. Du hast doch schon so viele Bilder, das muss doch mal genügen.“ – „Mutti, Dein Garten ist einfach zu schön. Ich kann diesen tollen Motiven genauso wenig widerstehen wie Du den reifen Äpfeln“, entgegnete ich munter, „und ein Motiv will heute unbedingt noch ‚gepflückt‘ werden.“ – „Was willst Du denn malen? Wieder Blumen?“ – „Lass Dich überraschen.“

Während Klaus im Haus den Wasserkocher reparierte und meine Schwiegermutter ihre Mittagsruhe hielt, saß ich malend draußen im Schatten der alten Apfelbäume und genoss die Idylle. Es duftete würzig nach umgegrabener Erde, frisch gemähtem Gras, nach Spätsommer und Herbst. Windstill, sonnig, mild, nur das Surren schwirrender Insekten, mal tschilpte ein Vogel, mal tänzelten Pfauenaugen vorbei, Sonnenstrahlen flitterten durchs Geäst, der Himmel strahlte blau und blitzblank. Es war, als hielte die Zeit mal kurz den Atem an.

Mein Bild war so gut wie fertig, als Mutti, auf ihren Gehstock gestützt, in den Garten kam und sich zu mir gesellte. „Gefällt es Dir?“, fragte ich und hielt den Malblock hoch, damit sie das Bild sehen konnte. „Och, da hättest Du Dir aber ein anderes Motiv zum Malen aussuchen können. Blumen, ja, aber meine olle Schubkarre?  Die ist doch gar nicht schön!“ – „Sagst Du nicht immer: Wat den Eenen sin Uhl', ist den Annern sin Nachtigall?“ – „Ja, das ist wohl wahr.“  Und so nahm sie ganz entspannt neben mir auf der Holzbank Platz und schaute zu, wie ich das Bild beendete und danach die Schubkarre voller Kürbisse zum Schuppen schob.

 

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