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Mai 2015

- Dünenblümchen -

/903-1641-thickbox/fruhlingszauber-2.jpgUnerwartete Begegnungen mit „wilden“ Tieren erstaunen gleich Sternschnuppen, die plötzlich unser Blickfeld kreuzen.

An einem sehr schönen Maitag im Süden Portugals saß ich mit lang ausgestreckten Beinen auf einem sandigen Erdhügel. Umgeben von niedrigwüchsigem Gestrüpp, würzig duftendem Lavendel und blühenden Dünenblümchen konnte ich ganz und gar entspannen: Die Nebelschleier der Gedanken waren aufgelöst, es zählte nur noch der nächste Strich auf dem Papier. Ganz plötzlich spürte ich einen Druck an meinem Oberschenkel – und erstarrte: Eine Schlange, dick wie mein Unterarm und grau-grün gemustert, rieb sich an meiner Hose entlang. War ihr Biss etwa giftig? Der Schreck, der mich durchfuhr, übertrug sich sofort auf das Tier. Die Schlange hielt in ihrer gleitenden Bewegung inne und richtete sich in Höhe meines Knies wackelig auf. Langsam drehte sie den Kopf – und da waren wir beide, Mensch und Schlange, Auge in Auge. Die Schlange starrte mich mit ihren hellen kleinen Äuglein völlig verdutzt an. „Am besten ignorieren“, entschied ich, nachdem ich den Gedanken zu flüchten verworfen hatte, senkte meinen Blick aus ihrer Fixierung und widmete mich erneut den Farben und Blumen – ganz ruhig, als wäre nichts passiert. Erst nach einer ganzen Weile schaute ich wieder hinunter zu meinem Knie. Entwarnung: Meine „Besucherin“ war verschwunden. So unbemerkt, wie sie gekommen war. Doch für mich hinterließ unsere Begegnung Spuren: Die Schlange bereichert ganz unsichtbar dieses kleine Bild.

 

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