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Januar 2013

- Schneemann am Waldrand -

 

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Nur wenige hundert Meter hinter unserer Pension begann der Wald. Dort hatte ich diesen lustigen Schneemann mit seinen weit ausgestreckten Armen und bunten Mantelknöpfen entdeckt – das richtige Motiv für mein erstes Winterbild. Während mein Mann mit unserem Sohn, der damals noch klein und schneeunerfahren war, zum Rodelplatz zog, platzierte ich mich auf der tiefverschneiten Wiese vor dem Schneemann und begann mit dem Malen.

Es war ein kalter, aber sonniger Wintertag, der Himmel blau und wolkenlos. Wegen der Kälte trocknete die Farbe auf dem Papier nur langsam. Während ich darauf wartete, den nächsten Pinselstrich machen zu können, versuchte ich, meine Finger wieder aufzuwärmen. Denn sie waren schnell steif und unbeweglich geworden. Für meine Berliner Verhältnisse hatte ich mich zwar richtig dick angezogen, aber nicht gut genug für das lange und unbewegte Auf-der-Stelle-Stehen.

Die Kälte kroch durch meinen Körper und als das Bild beendet war, fühlte ich mich starr und ausgekühlt. Nur blickte ich dabei nicht so fröhlich wie mein Schneemann, sondern etwas erschrocken in die Welt. Alles war Kälte, meinen Körper spürte ich kaum noch, die Gefühle umgab ein Eismantel. Hatte ich noch Füße? Würde ich mich überhaupt noch bewegen können? Doch, es ging, wenn auch nur langsam. So schob ich alles, was ich dabei hatte, in meinen Rucksack, verabschiedete mich von meinem Schneemann und wankte zurück zur Pension. Erst im heißen Badewasser taute ich langsam wieder auf, die Lebensgeister kehrten zurück. Bei normaler Körpertemperatur konnte auch ich wieder lächeln.

 

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