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Oktober 2012

- Bei den Pyramiden -

/138-254-thickbox/bei-den-pyramiden.jpgDieses Bild ist kein Abbildung, sondern eine Stilisierung der Realität. Denn die Wirklichkeit sah ganz anders aus. Nicht ruhig und menschenleer, wie es scheint, sondern laut und belebt. Während ich vor den Pyramiden von Gizeh einen Beduinen mit seinem buntgeschmückten Kamel male, sitzen und stehen rund drei oder vier Dutzend blau gekleidete Männer um mich herum – schwatzend, lachend, Tee trinkend. Kamele überall, einige schon auf dem Boden liegend. Ihr Arbeitstag ist beendet, denn die Touristenbusse sind abgefahren. Kleine Jungen drängeln sich kichernd um mich und schauen mir beim Malen über die Schulter. Dem Beduinen, den ich male, rufen sie Scherzworte zu, doch er lässt sich nicht aus der Ruhe bringen – und ich erst recht nicht. Denn jedes meiner Bilder hat seine eigene Entstehungszeit. Erst als es beendet ist, eilen wir zur Cheops-Pyramide. Zu spät. Es ist bereits nach 17 Uhr und das Eingangstor geschlossen. Da springt Mohammed, unser ägyptischer Begleiter, ein und erklärt dem Pförtner wortreich unsere Lage. „Wir haben Glück!“, ruft er uns Wartenden schließlich entgegen. Und das ist wahr, denn nun machen wir uns nur zu fünft auf den Weg zur Grabkammer im Innern der Pyramide. Der lange Gang, der erst in die Tiefe und dann in die Höhe führt, ist eng und niedrig, die Steinquader sind kühl, das Licht bleibt diffus. Ich fühle mich wie ein Forscher, der gerade dabei ist, einen geheimnisvollen Ort zu entdecken. Und das ist großes Glück, denn wir können die Größe des Bauwerks, die Stille in seiner leeren Mitte und die unmittelbare Nähe zu einer vergangenen Kultur in Ruhe und Einsamkeit erleben. Diese Erfahrung ist ein Schatz, den uns der Zufall geschenkt hat. Oder eben dieses Bild.

 

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