Liebe MAJOBA-Kundinnen und -Kunden, vom 2. April bis 16. April gönnen wir uns eine kreative Pause. Unser Webshop bleibt natürlich geöffnet, aber die Auslieferung der Lesemagnete verzögert sich. Sie können nach Herzenslust bestellen, allerdings werden die Pakete erst ab 17. April verschickt..
Herzliche Grüße - Ihr MAJOBA-Team
April 2026

Leipziger Buchmesse 2026. Ich sitze auf dem Podium und lese aus meinem Booklet „Reiselust“ die Geschichte eines Moments, der für mich entscheidend war: meine zufällige Entdeckung der Leidenschaft für Aquarellfarben und Pleinair-Malerei auf einer Reise in die Karibik.
„Hat jemand eine Frage zum Malen auf Reisen?“, frage ich anschließend das Publikum. „Zum Malen nicht, aber gab es auch fürs Schreiben ein Initialerlebnis?“, meldet sich eine Zuhörerin zu Wort. Ich erzähle: „Geschichten zu meinen Bildern schreibe ich eigentlich schon lange. Denn viele Motive entstehen in ungewöhnlichen, manchmal lustigen, manchmal auch brenzligen Situationen. Seit ich meinen Webshop habe, veröffentliche ich jeden Monat eine Geschichte. Ich wähle ein Aquarell, das mir gerade am Herzen liegt, oder ein Thema, das mich beschäftigt, und lasse Gedanken und Bild miteinander kommunizieren.“
Für meine erste „Gedankenreise“ allerdings gab es tatsächlich einen Auslöser. 2019 schlenderte ich über die Leipziger Buchmesse, entdeckte den Stand der Buchmesse Wien und fragte spontan, ob ich mit meinen Lesemagneten teilnehmen könnte. Das Ja kam prompt – und mit ihm auch die Chance, eine Lesung zu machen. Ich wollte keine alten Geschichten wiederholen, sondern zu diesem besonderen Anlass etwas Neues entwickeln: eine Art Gedankenreise zum Thema Reiselust, denn sie ist schließlich der Motor meiner Kunst und meiner Texte. Dabei kam mir gleich das Bild in den Sinn, das ich nur wenige Monate zuvor auf dem Weg von Kuba nach Costa Rica aus dem Flugzeugfenster heraus gemalt hatte. Schreiben und Reisen ähneln sich: denn während draußen alles in Bewegung ist, beginnt innen die eigentliche Reise: Gedanken lösen sich, verbinden sich neu und werden zu Bildern und Geschichten.
Zusammen mit Holger, meinem langjährigen kreativen Partner, arbeitete ich zwei Monate am Konzept: 21 Bilder, 21 Kapitel. Ich nahm mein Leben unter die Lupe, sammelte Erinnerungen, Gefühle, Erkenntnisse – und öffnete die Tür zu meiner Innenwelt. Um Ordnung in die Gedankenflut zu bringen, stellte ich mir fiktive Gespräche mit meiner Freundin Monika vor. Wie meine Mutter hat auch sie die Reiselust nie gepackt. Holger las, nickte oder schüttelte den Kopf, zeigte mir neue Gedankenwege. Nach zwei Monaten intensiver Zusammenarbeit übernahm Katja die Gestaltung des Booklets, während wir am Vor- und Nachwort feilten. Über das Cover wurde lange diskutiert: schließlich gewann das langsam dahingleitende Zeesenboot das Rennen gegen die rasante Cable Car aus San Francisco.
Anfang September übermittelte ich das Booklet digital nach Wien, Mitte des Monats hielt ich meine gedruckte „Reiselust“ stolz in den Händen. So ein schmales Bändchen, so viel Arbeit. Später folgten weitere Gedankenreisen: die „Mallust“ und die „Schreiblust“. Jetzt sitze ich schon seit zwei Jahre vergnügt an meinem nächsten Werk – jeden Tag zwei, drei Stunden. Gut Ding will Weile haben und so schnell wie die „Reiselust“ wird mir wohl nichts mehr aus der Feder fließen. „Wie könnte mein neues Booklet wohl heißen?“, frage ich das Publikum. Ein kurzer Moment der allgemeinen Stille. Plötzlich sagt eine Zuhörerin „Lebenslust.“ Meine Miene strahlt auf. „Richtig! Wie kommen Sie denn darauf?“ – „Nach allem, was Sie erzählt haben, schien mir das nur folgerichtig.“